baron-munchausen-74043.jpg

Corona und das achte Gebot - wenn beide Seiten lügen

Christoph Leinweber, 31.01.2022

Das achte Gebot:

 

"Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten!"

 

Dieses Gebot wird bekanntlich eher mit "Du sollst nicht lügen!" zitiert und verwendet. Und es besteht wohl auch wenig Zweifel daran, dass das soweit passt.

 

Was ist Lüge?

 

Das sagt Wikipedia:

 

"Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der Empfänger sie glaubt, oder anders formuliert die (auch nonverbale) Kommunikation einer subjektiven Unwahrheit mit dem Ziel, im Gegenüber einen falschen Eindruck hervorzurufen oder aufrecht zu erhalten. Lügen dienen dazu, einen Vorteil zu erlangen, zum Beispiel um einen Fehler oder eine verbotene Handlung zu verdecken und so Kritik oder Strafe zu entgehen. Gelogen wird auch aus Höflichkeit, aus Scham, aus Angst, Furcht, Unsicherheit oder Not („Notlüge“), um die Pläne des Gegenübers zu vereiteln oder zum Schutz der eigenen Person, anderer Personen oder Interessen (z. B. Privatsphäre, Intimsphäre, wirtschaftliche Interessen), zwanghaft/pathologisch, um Harmonie herzustellen, Zwietracht zu säen oder eine Intrige zu spinnen."

 

Dem kann man sich ungefähr anschließen, oder?

 

Und ich denke, wir sind uns auch weitgehend dahingehend einig, dass die Lüge das schlimmste Gift in der Geschichte der Menschheit war und ist. Das beginnt beim Sündenfall und zieht sich durch den hintersten Winkel allen Menschseins hindurch.

 

Würde da jemand widersprechen? Wohl eher nicht.

 

Stellen wir uns mal kurz eine Welt ohne Lügen vor. Niemand würde mehr betrogen, jeder könnte sich auf das Wort der anderen verlassen und so weiter und so fort – wie im Paradies sozusagen …

 

Und stellen wir uns jetzt mal kurz vor, es gäbe irgendwann eine Technik – vielleicht ein mRNA-Präparat von Biontech … –, mit der man jede Lüge zweifelsfrei aufdecken könnte. Sozusagen einen zu hundert Prozent wirksamen Lügendetektor, den man nicht austricksen kann.

 

Stellen wir uns vor, es käme wirklich alles raus, was wir so den lieben langen Tag an halben Wahrheiten, ganzen Lügen und sonstigen Täuschungsmanövern von uns geben und veranstalten.

 

Das ist wohl für uns alle eine erschreckende Vorstellung, weil es vermutlich niemanden auf der Welt gibt, der nie lügt.

 

Das eigentlich Bestürzende an dieser Geschichte ist, dass sie vollkommen real ist!

 

Denn dass alles rauskommt, ist Realität:

 

"… und so gewiss den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht, …" (Hebräer 9,27)

 

Erstens wissen wir, dass Gott unser "Herz ansieht" und somit genau weiß, welchen Wahrheitsgehalt unsere Aussagen besitzen.

 

Zweitens wird klar, dass dies in irgendeiner Form noch einmal auf den Tisch kommen wird. Wie das konkret abläuft, wie es sich mit den Verheißungen verträgt, dass Er unserer Sünden nie mehr gedenken wird, welche Konsequenzen dieses Gericht außer großer Beschämung haben wird, das sind alles überaus spannende theologische Fragen, die aber an dieser Stelle nicht Thema sein sollen.

 

Entscheidend ist, dass wir davon ausgehen dürfen respektive müssen, dass Gott unsere Lügen kennt und aufdeckt.

 

Insofern handeln besonders wir Christen völlig irrational, wenn wir aus Menschenfurcht lügen – denn hinter der Lüge steckt ja die Angst, dass andere Menschen uns in irgendeiner Form schaden könnten, wenn wir ehrlich sind, und wenn es nur um den Verlust des Ansehens geht –, gleichzeitig aber Gottes Zorn riskieren.

 

Aber hinter dem Gebot steckt noch einiges mehr.

 

Beispielsweise das Gleichnis vom Splitter und vom Balken.

 

Das ist ja der Klassiker, wenn es darum geht, geistliche Kritik zurückzuweisen – und vermutlich der am meisten missbrauchte Bibelvers überhaupt!

 

Wenn ich jemandem nahelege, er möge seinen Alkoholkonsum einschränken, kann er sich nicht ernsthaft darauf berufen, dass ich selbst zu oft zu Burger King fahre – und weitersaufen.

 

Klar ist aber mit Sicherheit eines: Wenn es um dieselbe Sünde geht, dann ist dieses Gleichnis hundertprozentig angebracht.

 

Das heißt, wenn ich anderen Lügen vorwerfe, dann darf ich nicht dasselbe tun.

 

Dazu kommen wir gleich noch einmal.

 

Zunächst einmal sollten wir uns das besagte Gebot noch etwas genauer anschauen.

 

Da ist die Rede von "falsch Zeugnis" reden.

 

Ich denke, dies schließt in das Lügen auch die Verleumdung mit ein. Das ist eigentlich selbstverständlich, muss aber offenbar explizit erwähnt werden, weil offenkundig nicht jeder Christ wirklich überblickt, was das bedeutet.

 

Und nun kommt ein Hinweis, der mir beinahe noch wichtiger erscheint, insbesondere wenn es um das Thema geht, um das es mir eben geht. Denn ich las gerade, dass der Vers 2. Mose 20,16 in der Originalsprache wörtlich so lautet:

 

"Nicht sollst Du sprechen gegen deinen Nächsten als Zeuge der Lüge."

 

Falls der Verweis auf die korrekte Übersetzung richtig ist, dann ist das gerade in Bezug auf das Thema Corona sozusagen eine erweiterte, noch präzisere Darstellung der Sachlage und ein noch genauerer Beleg für die Unredlichkeit, mit der Coronaleugner vor allem aus dem christlichen Lager mit den vorliegenden Informationen umgehen.

 

Denn ein Zeuge der Lüge – man möge mich korrigieren – ist nach meinem Dafürhalten eindeutig jemand, der Lügen bereitwillig und ungeprüft weiter verbreitet.

 

Warum ist das wichtig?

 

Das ist deshalb von enormer Wichtigkeit, als es eben das eigene, aktive Lügen zur Täuschung meines Gegenüber und die fahrlässige Weiterverbreitung von Lügen auf dasselbe Niveau hebt – es ist somit beides ein klarer Verstoß gegen das biblische Gebot und somit Sünde!

 

Ist das nachvollziehbar?

 

Es sollte.

 

Wichtig ist dieser Befund deshalb, weil man oftmals nicht genau weiß, aus welchen Motiven die Coronaleugner, insbesondere die bekannten christlichen, handeln, wenn sie von der Kanzel herab ständig Falschinformationen zur Corona-Pandemie verbreiten.

 

Es ist ja nicht immer so, dass beispielsweise ein sogenannter christlicher "Prediger" in seiner öffentlichen Ansprache Argumente gegen den Lockdown formuliert und zur Untermauerung seiner Thesen auf bestimmte Quellen verweist – die ihn dann prompt der Lüge überführen!

 

Es ist auch nicht immer klar, ob jemand, der ein bestimmtes Buch bespricht und dem Autor dann alle möglichen üblen Motive unterstellt – die aus ebendiesem Buch jedoch nicht auch nur ansatzweise hervorgehen –, seine Zuhörer bewusst täuschen will, das Buch nicht verstanden oder es womöglich selbst gar nicht gelesen hat.

 

Es ist auch nicht immer klar, ob der Betreffende, der falsche Zahlen eines vermeintlichen Corona-Experten verbreitet und dies auch nach erfolgter Klarstellung weiterhin tut, dies mit Absicht macht oder weil er nicht rechnen kann oder weil er seine Zuhörer täuschen will – oder die Klarstellung nicht gelesen hat.

 

So einfach ist es nicht immer.

 

PS: Falls Sie glauben sollten, die drei geschilderten Fälle seien erfunden oder überzeichnet, dann lesen Sie mein Buch "Fachkräftemangel im Christentum":

 

https://bit.ly/3u5Raq6

 

https://amzn.to/3u2ZR4I

 

Warum ist das alles wichtig?

 

Nun, zum einen ist es zumindest für mich persönlich von großer Wichtigkeit, denn ich persönlich höre keinem christlichen Prediger auch nur noch eine Sekunde länger zu, der mich von der Kanzel herab belügt. Und ich wundere mich über die diesbezüglich offenbar sehr hohe Toleranz in christlichen Kreisen, wo man Gemeinden inklusive glasklarem Beleg auf diese Sachverhalte aufmerksam macht und diese dann … nichts tun!

 

Zum anderen, darauf will ich eigentlich hinaus, ist es ja so, dass die Coronaleugner, Maßnahmenkritiker, Impfgegner und wie sie alle heißen, in erster Linie deshalb gegen alles sind, weil die Politik sie nach Strich und Faden belügt.

 

Dabei vergessen sie eine ganze Menge:

 

Erstens ist es, wie man an unbedachten Äußerungen aus ihren Reihen immer wieder erkennen kann, lediglich ein vorgeschobener Strohmann, dass man dagegen ist, weil man von denen da oben belogen wird. Was hat mein Verhalten gegenüber einem Virus mit der Redlichkeit eines Politikers zu tun?

 

Zweitens sind die meisten der vermeintlichen Lügen überhaupt keine, sondern jeweils sehr gut nachvollziehbar zu erklären und auch ausführlich erklärt worden. Siehe die sogenannte Intensivbettenlüge, die keine war oder ist, siehe die vermeintliche Lüge zu den Todesopfern durch das Coronavirus, etc. pp. Für all das gibt es leicht verstehbare Erklärungen.

 

Drittens verstehen sie nicht, dass sich die Situation um Corona selbst für den Fall, dass die vermeintlichen Lügen tatsächlich Lügen gewesen sein sollten, überhaupt nicht wesentlich ändert.

 

Denn es ist völlig egal, wie viele Intensivbetten es gibt und wie voll die Kliniken sind, Fakt ist, dass dort viele Menschen leiden und sterben.

 

Es wäre völlig egal, wenn der – längst zurückgenommenen! – reißerischen Schlagzeile der BILD zufolge "bis zu neunundzwanzig Prozent" der Coronatoten gar nicht an Corona gestorben wären.

 

Denn auch nur einundsiebzig Prozent von etwa 118t Toten wären noch über 80t und würden immer noch Rang drei in der Liste der häufigsten Todesursachen in Deutschland belegen.

 

Darüber hinaus erklären sowohl die offizielle Todesursachenstatistik als auch die unzähligen vorliegenden pathologischen Befunde, dass Corona in bestimmten Fällen nicht eindeutig als primäre Todesursache gewertet werden kann. Das Thema ist also seit langer Zeit bekannt.

 

Diese Aufzählung könnte man munter fortführen und die Impfnebenwirkungen, die Auswirkungen von Schutzmaßnahmen etc. näher beleuchten. Alles jedoch ändert nicht das Geringste an den wesentlichen Pandemiefakten. Das scheint nicht jeder verstehen zu können (oder zu wollen).

 

Viertens vergessen diese Gegner, dass die entsprechenden Zahlen, die sie so lautstark bekritteln, überwiegend gar nicht von den Regierenden kommen, sondern von Experten oder zuständigen Institutionen, und von der Politik lediglich weitergegeben werden.

 

Fünftens verstehen sie offenbar nicht – oder es ist ihnen einfach egal –, dass sie, wenn sie aufgrund vermeintlichen Fehlverhaltens von Politikern Maßnahmen boykottieren oder die Impfung verweigern, schlichtweg die Falschen bestrafen, nämlich diejenigen, die dann vermeidbar schwer krank werden oder sterben müssen.

 

Es ist schon ganz schön bestürzend, wie konsequent die Leugner und Maßnahmen- sowie Impfgegner diesen Fakt in ihren Verlautbarungen komplett außen vor lassen. Umso schlimmer, wenn es sich hierbei um Christen handelt!

 

Sechstens – denken wir an Rahab, an die Geschichte um den kleinen Mose oder das Verstecken der Juden vor den Nazi-Schergen – ist ja Lügen, wie auch Wikipedia vage andeutet, nicht immer falsch und schlecht. Und wenn man jetzt über den Vorwurf nachdenkt, die Regierenden bauschten die Fakten rund um Corona auf, um ihre Maßnahmen durchsetzen zu können, stellt sich mir die Frage, ob das nicht in diesem Fall sogar in Ordnung ist, weil man sonst einen bestimmten Teil der Bevölkerung nicht erreicht ("Panikmache").

Siebtens – wir sind wieder beim achten Gebot sowie bei Splitter und Balken – ist es auffällig, wie bereitwillig die Leugner und Gegner die Behauptungen entlarvter Lügner verbreiten oder selbst Statistiken falsch darstellen und so weiter.

 

Oder wie sie eine falsche Behauptung, wenn sie entlarvt wurde, einfach stehenlassen und nicht daran denken, sie klarzustellen.

 

So geschehen bei den erwähnten neunundzwanzig Prozent.

 

So geschehen bei der unsinnigen und lediglich auf einem Zahlendreher beim RKI basierenden Behauptung, die Mutante Omikron würde vornehmlich Geimpfte befallen – so, als ob der Impfstoff Lockstoffe für Viren beinhalten würde, die AXE-Werbung lässt grüßen!

 

So geschehen bei den nachweislich falschen Behauptungen eines Ioannidis zu Lockdown oder Letalitäten.

 

So geschehen bei längst nachgewiesenen Falschaussagen eines Bhakdi:

 

"Corona ist nicht gefährlicher als Grippe!" mit anschließendem Zurückruden in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

 

"Die Pandemie war im April 2020 vorbei und es gibt keine heftigere zweite Welle!"

 

"Die Impfungen sind wirkungslos!"

 

Und so geschehen bei den vielen, vielen persönlichen Bemerkungen zur Gefährlichkeit des Virus, zur Sinnhaftigkeit von Masken etc. etc. von Kirchenkanzeln herab.

 

So geschehen bei den unzähligen Verleumdungen nicht nur der Regierenden, sondern insbesondere auch der bekannten Experten, die für den Schutz des Lebens kämpfen.

 

Verleumdungen deshalb, weil man, wenn man Zweifel an der Darstellung eines Sachverhalts hat, diese entweder belegen oder sie eben auch als Zweifel deklarieren muss – was aber ohne Beleg der niederen Motive des Betreffenden niemals mit einer Herabwürdigung der Person einhergehen darf!

 

Wie das alles irgendjemand mit dem achten Gebot in Einklang bringen will, ist mir absolut schleierhaft!

 

Für mich steht deshalb fest, dass sich die Coronaleugner, Maßnahmenkritiker und Impfgegner nicht nur der Sünde gegenüber der Obrigkeit schuldig machen, indem sie deren Vorgaben nicht gehorchen, nicht nur der Sünde gegen ihren Nächsten schuldig machen, indem sie durch ihr fahrlässiges, rücksichtsloses Verhalten dessen Leben und Gesundheit gefährden, sondern sich auch der Sünde gegen das achte Gebot schuldig machen.

 

Ganz davon abgesehen übrigens, dass die allermeisten Argumente gegen Virus, Maßnahmen, Obrigkeit und Impfung mittels des Beklagens der kollateralen Opfer unzweifelhaft herbeigeheuchelt sind, was man in erster Linie daran erkennen kann, dass ihnen die direkten Opfer des Virus vollkommen egal sind, wie man ihren Verlautbarungen leicht entnehmen kann.

 

Das alles trifft ausdrücklich auf die Aktion zu, die mich eigentlich zum Schreiben dieses Artikels veranlasst hat:

 

"Wir schließen niemanden aus!"

 

https://wir-schliessen-niemanden-aus.de/

 

Unter diesem Slogan haben sich verschiedene "Kirchen, Gemeinden und Werke" zusammengeschlossen, um klarzustellen, dass sie sich einem staatlich verordneten Ausschluss von Ungeimpften unter keinen Umständen beugen wollen.

 

Das begründen sie mit der im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit, mit Aussagen Jesu ("Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Frieden geben.“ [Matthäus 11,28]) und mit der unvermeidlichen sogenannten clausula petri ("Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!" [Apostelgeschichte 5,29]).

 

Das klingt auf den ersten Blick wunderbar und bibeltreu – entsprechend werden auch in privaten und öffentlichen Stellungnahmen die Motive dieser Initiative als edel und rein oder anerkennenswert gelobt.

 

Und ich glaube das keine Sekunde, sondern unterstelle, dass die gesamte Initiative beinahe ausschließlich auf Lügen basiert, garniert mit ein wenig Unwissenheit und mangelnder Urteilsfähigkeit sowie ein bisschen menschlichem Eisberg:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Eisbergmodell

 

Letzterer führt stark vereinfacht dazu, dass man Sachverhalte – nachträglich – in rationale Argumente kleidet, die man emotional will. (Natürlich ist das Ganze noch um ein Vielfaches komplexer!)

 

Dies führt in Verbindung mit unzureichendem geistlichen Beurteilungsvermögen eben dazu, dass man beispielsweise den Inhalt der Jahreslosung 2022 ("Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!") ernsthaft und nach bestem Wissen und Gewissen für ein stichhaltiges Argument gegen die Ausgrenzung einzelner Gruppen hält.

 

Dagegen ist auch zunächst einmal gar nichts einzuwenden, denn denjenigen, die es nicht besser wissen, ist schließlich nichts Böses zu unterstellen.

 

Etwas schwieriger wird es dann, wenn man Einwände gegen die These formuliert. Da zeigt sich dann halt gewissermaßen, wieviel vom Eisberg tatsächlich unter der Wasseroberfläche liegt, wie empfänglich demzufolge der Betreffende für ebendiese Einwände ist.

 

Die Realität hinsichtlich der Faktenlage in der Corona-Pandemie ist dabei absolut bestürzend; da scheint es Eisberge zu geben, auf denen Noahs Raben und Tauben keinerlei Halt gefunden hätten, weil sie zu hundert Prozent unter Wasser liegen. Sprich, auf die Widerlegung der von den Coronaleugnern aufgestellten falschen Thesen zeigte sich überwiegend nicht die geringste Resonanz!

 

Bleiben diejenigen, die es besser wissen müssten. Lehrer, Leiter, christliche Prominente und so weiter.

 

Zunächst einmal wäre zu schauen, wer sich da alles zusammengeschlossen hat.

 

Die jeweiligen Wortführer sind Coronaleugner der ersten Stunde, die sich von "Corona ist Grippe!" über "Die Maßnahmen sind überzogen!" bis zu "Die Impfung ist gefährlicher als das Virus!" über die letzten zwei Jahre gehangelt haben.

 

Was das über ihre Glaubwürdigkeit aussagt, dazu habe ich eine sehr klare Meinung, die auch allseits bekannt ist. Aber darum geht es gar nicht.

 

Schauen wir uns deshalb lieber an, was besagte Initiative tatsächlich sagt.

 

"Wir bekennen uns zu Grundgesetz und Religionsfreiheit!"

 

Man blicke dankbar auf über 70 Jahre Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zurück, lässt man uns wissen. Dieses habe Freiheit des Glaubens und Bekenntnisses als auch die ungestörte Religionsausübung garantiert.

 

Unter den Tisch fallen lässt man dabei, dass die ungestörte Religionsausübung durch ebendieses Grundgesetz schon immer eingeschränkt gewesen ist, falls irgendein übergeordneter Sachverhalt tangiert ist. Das sagt beispielsweise Artikel 11 sehr deutlich aus:

 

(1) Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.

 

(2) Dieses Recht darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes und nur für die Fälle eingeschränkt werden, in denen eine ausreichende Lebensgrundlage nicht vorhanden ist und der Allgemeinheit daraus besondere Lasten entstehen würden oder in denen es zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes, zur Bekämpfung von Seuchengefahr, Naturkatastrophen oder besonders schweren Unglücksfällen, zum Schutze der Jugend vor Verwahrlosung oder um strafbaren Handlungen vorzubeugen, erforderlich ist.

 

Ist es nicht interessant, dass bereits hier von der Bekämpfung von Seuchen die Rede ist?

 

Das heißt, die Freizügigkeit, die normalerweise garantiert ist, wird in Notfällen durchaus eingeschränkt.

 

Für den, der nicht wahrhaben will, dass dieser Tatsache nicht die ungestörte Religionsausübung gemäß Artikel nicht absolut entgegengestellt werden kann, nur ein Beispiel von vielen möglichen:

 

Stellen Sie sich vor, in der Grace Community Church sind alle 3.500 Plätze belegt, als in einer Ecke ein Feuer ausbricht. Will jemand sich in einer solchen Situation auf Artikel 4 – in Kalifornien wird es ein anderer Artikel aus einem anderen Gesetz sein – berufen, wenn die Feuerwehr den Gottesdienst unterbricht und die Leute rausschickt, ohne dass diese aufgrund ihrer großen Zahl eine Möglichkeit haben, ihren Gottesdienst ungestört fortzusetzen?

 

Allein dieses simple Beispiel reicht aus, um zu verdeutlichen, dass besagte ungestörte Religionsausübung niemals etwas Absolutes sein kann!

 

Weiterhin gibt es ein sogenanntes Infektionsschutzgesetz, in welchem geregelt ist, unter welchen Umständen der Staat oder das Land bestimmte Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einleiten darf. Hierin sind die Dinge noch etwas präziser dargestellt, und interessanterweise gibt es Vergünstigungen für religiöse Gemeinschaften.

 

Überraschenderweise lassen die Coronaleugner dieses Gesetz ebenfalls gerne unter den Tisch fallen, so als ob Römer 13 ausschließlich für das offizielle Deutsche Grundgesetz gelte.

 

Aber wie erklärt hätte ja auch Letzteres bereits ausgereicht, um angesichts ihrer Weigerung bezüglich 2G das Bekenntnis der Initiative als erste Falschaussage zu entlarven.

 

"Durch die Verkündigung und Praktizierung des christlichen Menschenbildes fördern sie Werte, die für das Zusammenleben der Menschen unverzichtbar sind: Nächstenliebe, Rücksichtnahme gegenüber den Schwachen, Einsatz für die Würde aller Menschen und Bereitschaft zur Übernahme sozial-diakonischer Verantwortung für Kranke, Geflüchtete und Menschen mit Behinderung."

 

Das, liebe Leser, ist nun eine Aussage, die an Dreistigkeit nur schwerlich zu überbieten ist!

 

Um das zu begründen und zu belegen, möchte ich Sie kurz in den Bereich der Hypothese oder sogar der Märchen mitnehmen:

 

Stellen Sie sich vor, Corona wäre komplett erfunden und / oder absolut harmlos.

 

Sind Sie soweit?

 

Ich nehme an, eher nicht. Denn diesen Unsinn glauben wohl nur noch die Hartnäckigsten unter den Coronaleugnern.

 

Stellen Sie sich also besser vor, Corona wäre lediglich zu zehn Prozent so gefährlich, wie es die Regierenden uns erzählen wollen.

 

Stellen Sie sich vor, die Maßnahmen seien überzogen und brächten gewaltige Kollateralschäden mit sich.

 

Stellen Sie sich ferner vor, die Impfung sei tatsächlich um ein Vielfaches gefährlicher und tödlicher, als es das Paul-Ehrlich-Institut behauptet.

An dieser Stelle müsste man mal den Faktor ausrechnen, der nötig wäre, um die offiziellen Zahlen zu den Covid- und Impfopfern so zu manipulieren, dass das Risiko einer Impfung tatsächlich größer erschiene als das einer Infektion mit dem Corona-Virus!

 

Als Nächstes müssen Sie sich, damit das hier nicht ausufert, gleich zwei Dinge auf einmal vorstellen:

 

Erstens, dass man es derzeit noch nicht abschließend ganz genau weiß, wie gefährlich und tödlich Corona tatsächlich ist. Dem können wir wohl alle irgendwie zustimmen, wenngleich die roten Linien sehr unterschiedlich angesetzt sind. Aber so ganz präzise wissen wir es halt erst, wenn es vorbei ist, nicht wahr?

 

Zweitens, dass auch für den Fall, dass Corona nur zehn Prozent der kolportierten Gefährlichkeit besitzt, immer noch Menschen leicht oder schwer erkranken, womöglich leichte oder schwere Folgeschäden ("Long Covid") davontragen oder sogar sterben. Vielleicht wenige, aber mehr als null.

 

Wir würden ergo – hypothetisch – in einer Phase gewisser Unsicherheit leben, in der wir jedoch nicht ausschließen können, dass Menschen durch den Kontakt zu anderen Menschen erkranken oder sterben können. Ganz egal, wie viele.

 

Richtig?

 

Was hat es also dann mit Nächstenliebe oder Rücksichtnahme gegenüber den Schwachen zu tun, wenn man Letztere durch sein Verhalten doch gefährdet?

 

Und was sagt es wohl über den Geist besagter Initiative aus, dass an keiner Stelle – weder irgendwo auf der verlinkten Homepage oder in der dort zum Herunterladen bereitgestellten Erklärung – auch nur mit einem Wort angedeutet wird, man wolle durch geeignete Maßnahmen, also beispielsweise Abstand, Maske etc., für den größtmöglichen Schutz aller Gottesdienstteilnehmer sorgen?

 

"Wir bekennen uns zur freien Ausübung des Gottesdienstes – für alle Menschen!"

 

Tatsächlich?

 

In einer anderen Stellungnahme zu dieser Initiative wurde bereits die sehr angebrachte Frage gestellt, was denn mit denjenigen ist, die konkrete Angst vor einer Covid-Infektion haben (müssen) und sich angesichts der Anwesenheit Ungeimpfter nicht in den Gottesdienst trauen.

 

Ist es wirklich damit getan, zu tönen, man lade alle ein, dabei aber billigend in Kauf zu nehmen, dass die gefährdeten Menschen aus nachvollziehbarer Angst zuhause bleiben?

 

Warum geht man nicht her und versucht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, indem man sagt, wir schließen niemanden aus, sorgen aber dafür, dass alle maximal geschützt werden?

 

Was wäre daran so schwer, beispielsweise Ungeimpften separate Räume zuzuweisen oder die Gottesdienste zu splitten? Das machen Gemeinden, deren Besucherzahlen die Kapazitäten der Gemeindehäuser sprengen, doch ständig.

 

Davon lesen wir aber ebenfalls kein Wort in den jeweiligen Stellungnahmen. Und das wirft ein sehr bezeichnendes Licht auf das, worum es dieser Initiative in Wahrheit geht – nämlich um Widerstand!

 

"Aus diesen theologischen und gewissensbedingten Gründen und in völliger Übereinstimmung mit Art 4 GG werden wir unter keinen Umständen akzeptieren, dass ein G-2-Status (geimpft, genesen) oder ein G-3-Status (geimpft, genesen, getestet) zur Bedingung für die Teilnahme an unseren Gottesdiensten gemacht wird."

 

Auch hier verweise ich auf eine bereits existierende Stellungnahme, in welcher die berechtigte Frage gestellt wird, ob "unter keinen Umständen" auch dann gelten würde, wenn ein an Ebola Erkrankter vor der Tür stünde!

 

Nein, dann würde es eben nicht mehr gelten, das ist doch klar! Und das heißt, diese Initiative bewertet die Gefährlichkeit des Coronavirus auf Basis irgendwelcher Informationen – die von den offiziell vorliegenden natürlich abweichen – und legt faktisch selbst das Risiko und somit die Quote an Opfern fest, die der Gottesdienstbesuch in ihren Augen wert ist!

 

"Wir betonen dies umso mehr, weil die Teilnahme an Gottesdiensten absolut freiwillig ist und in klar abgegrenzten Räumlichkeiten stattfindet. … Deshalb kann auch niemand unbewusst oder zufällig gefährdet werden."

 

Wunderbar, diese Freiwilligkeit. So soll es sein!

 

Dabei lässt man aber wieder etwas Entscheidendes unter den Tisch fallen, nämlich die Tatsache, dass all die Freiwilligen nach dem Gottesdienst wieder ins reale Leben hinaustreten, womöglich das in der Gemeinde aufgeschnappte Virus mitnehmen und Dritte, Gemeindefremde gefährden.

 

Wie kann man als Christ so etwas einfach ignorieren???

 

"Die unterzeichnenden Gemeinden versprechen hiermit, ihren realen Gottesdienst für alle Menschen offenzuhalten – und dafür weder eine Impfpflicht noch eine Testpflicht einzuführen."

 

Noch nicht einmal eine Testpflicht? Selbst das wäre doch ein probates Mittel, um die Teilnahme aller zu gewährleisten, aber selbst das soll nicht in Erwägung gezogen werden!?

 

"Das Motiv dieser Entscheidung ist nicht Auflehnung gegenüber der Obrigkeit, sondern allein der Gehorsam gegenüber dem Gebot unseres Herrn (Apg. 5,29)."

 

An dieser Stelle muss man sich fragen, wie es sein kann, dass sich mehrere, vermutlich durchaus kluge Menschen zusammensetzen und an einer Stellungnahme arbeiten – und dann ein derartiger Unsinn herauskommt!

 

Verlässt man sich wieder einmal darauf, dass die Leser solcher Stellungnahmen das nicht überprüfen, so wie es die meisten Zuhörer der prominenten christlichen Coronaleugner – Stichwort geistliche Urteilskraft – nicht tun?

 

Die Anwendung von Apostelgeschichte 5,29 ist immer Auflehnung gegen die Obrigkeit!

 

Und wie kann es nicht Auflehnung gegen die Obrigkeit sein, wenn man die Umsetzung ihrer Anordnungen verweigert?

 

"Wir sind fest davon überzeugt, mit dieser Entscheidung zugleich einen heilsamen Dienst an unserer Gesellschaft zu leisten."

 

Mit diesem Schlusswort komme auch ich langsam zum Ende:

 

Diese Stellungnahme ist aus meiner Sicht aus den genannten Gründen ganz und gar verlogen!

 

Und mit diesem Vorgehen erweisen diese Initiative und alle, die denselben Weg gehen, der Gesellschaft keinen heilsamen, sondern einen Bärendienst. Und den erweisen sie auch dem Leib Christi, denn die gnadenlos egoistische Vorgehensweise und das Marschieren mit rechten und sonstigen Chaoten ist auch der säkularen Welt längst nicht mehr verborgen. Es wird sehr genau registriert, wie wörtlich Teile der Christenheit das Gebot der Nächstenliebe in diesen Tagen nehmen.

 

Es ist beschämend!

 

Und wie ernst es ist, darüber sollten sich die Initiatoren dieser Aktion vielleicht noch einmal Gedanken machen. Sie sind ja in vielen Fällen Leiter von Gemeinden und Werken, damit beeinflussen sie die Meinung und das Verhalten ihrer Anbefohlenen. Auf den Punkt gebracht, motivieren sie diese zur Sünde, indem sie sie zum Widerstand gegen die Obrigkeit oder zum Verweigern der Nächstenliebe aufrufen.

 

Dasselbe gilt übrigens für eine weitere Initiative, an der weitgehend dieselben Personen beteiligt sind, nämlich den Arbeitskreis christliche Corona-Hilfe (ACCH).

 

https://youtu.be/nOG2VtTHvng

 

Hier wurde für den 30.01.2022 zum Gebet aufgerufen; gebetet werden sollte unter anderem für die medizinische Situation.

 

Das klingt zunächst einmal gut, denn es enthält ja immerhin keine – verharmlosende – Wertung hinsichtlich der Gefährlichkeit besagter medizinischer Situation.

 

Gleichzeitig wird aber ausführlich betont, man wolle auch dafür beten, dass die allgemeine Impfpflicht nicht kommt, und hier sieht man eben wieder die Unredlichkeit der Aktion.

 

Denn während ich beispielsweise selbst kein Befürworter der Impfpflicht bin – weil ich erstens eine Menge Risiken sehe (wie zum Beispiel die Vermehrung der von der ERB Frankfurt beinahe unverblümt angeregten Impfpassfälschung), zweitens jedoch das ethische Dilemma, in das die Regierenden kommen, wenn sie jemanden zur Impfung zwingen, der dann daran verstirbt –, wollen diese Leute sie verhindern, damit sie selbst und ihre Gesinnungsgenossen sich straffrei der Impfung weiter verweigern können.

 

Und das ist angesichts der Fakten, die zur Impfung bekannt sind, nämlich des gigantischen Erfolges einerseits und des bei Ungeimpften höheren Verbreitungsrisikos andererseits, eine absolut unsolidarische und eines Christen unwürdige Haltung!

 

Und das sagt die Bibel dazu:

 

"Es ist unvermeidlich, daß Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen! Es wäre für ihn besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als daß er einem dieser Kleinen Ärgernis gebe." (Lukas 17, 1 und 2)

 

Mir ist völlig schleierhaft, wie so viele geistliche Leiter diese ernstlichen Mahnungen aus dem Wort Gottes derart ignorieren können!

 

Und mir ist genauso schleierhaft, wie viele von den Christen, die sich derzeit vernünftig und rücksichtsvoll verhalten, die Ungeheuerlichkeit, die hier zu erkennen ist, nicht sehen und entsprechend handeln, indem die Verantwortlichen konsequent zur Umkehr aufgerufen oder dann eben biblisch sanktioniert werden!