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Zur Corona-Impfung:

Mathe für Anfänger!

Christoph Leinweber, 11.11.2021

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Informations- und vor allem auch Zahlenfreak bin.

 

​Beispielsweise finde ich es irgendwie cool, dass bei der Zahl 81 sowohl Quersumme als auch Wurzel identisch sind. Die Information habe ich übrigens aus meiner anderen Leidenschaft, nämlich Krimis, in diesem Fall von dem unvergleichlichen Jack Reacher! 

 

Allerdings beherrsche ich nur die Grundrechenarten einigermaßen; sobald es kompliziert wird, bin ich mehr oder weniger draußen.

 

Und während der Coronapandemie habe ich festgestellt, dass es erstens offensichtlich eine Menge Menschen gibt, die mit dem Rechnen ihre liebe Müh und Not haben, und dass zweitens mathematische Formen existieren, die ich noch nicht kannte.

 

Der Reihe nach:

 

Es gibt ein relativ neues Virus namens Corona. Dieses arbeitet grob gesagt ähnlich wie die Grippe, allerdings deutlich heftiger, aggressiver und tödlicher.

 

Zu dem Vergleich Grippe vs. Corona gibt es Vergleichszahlen, welche die Unterschiede dokumentieren. Das nennt man empirische Belege, also Beweise.

 

Jeder Mensch kann in jeder Sekunde seines sozialen Lebens von dem Virus erwischt werden. Das kann dann völlig unbemerkt ablaufen, man kann leicht erkranken, man kann schwer erkranken, man kann in BEIDEN Fällen Folgeschäden davontragen - und man kann sterben! 

 

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist, hängt hinsichtlich der Ansteckung von den Lebensumständen ab und bezogen auf die Auswirkungen vom Gesundheitszustand und Alter. 

 

Dazu gibt es eben Statistiken und nachfolgend Wahrscheinlichkeiten. Diese Wahrscheinlichkeiten erreichen aber bei keiner der genannten Rahmenbedingungen hundert Prozent. Das heißt, es gibt keine Garantie dafür, dass etwas passiert, aber auch für niemanden eine Garantie, dass nichts passiert!

 

Dass es derzeit in Deutschland offiziell knapp hunderttausend Coronatote gibt (inoffiziell sind es aufgrund von fehlerhafter Erfassung angeblich etwa 40t mehr) und weltweit offiziell über fünf Millionen, ist das Ergebnis einer Additionsrechnung. Also einen und einen und noch einen zusammenzählen und so weiter.

 

Dass laut Todesursachenstatistik basierend auf Totenscheinen und pathologischen Befunden in 2020 83 Prozent der Covidtoten direkt an dem Virus gestorben sind und Corona für 17 Prozent als Begleiterkrankung geführt wird, nennt man Prozent-Rechnung. Das zum Thema "am Virus, mit dem Virus oder in Anwesenheit des Virus" gestorben!

 

Dass gleichzeitig ein riesiger Haufen Menschen wegen der Schutzmaßnahmen NICHT gestorben ist, nennt man Präventionsparadoxon. Das ist nicht Mathematik, denn was nicht da ist, kann man nicht zählen - es sei denn, man ist Coronaleugner, da zählt jedes blödsinnige Argument, solange es nur die eigene blinde Weltsicht bestätigt -, sondern hat etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun.

 

Wie viele Menschen vom Präventionsparadoxon betroffen sind, kann man jedoch wiederum über die Wahrscheinlichkeitsrechnung und vermutlich den einen oder anderen Kniff aus der Statistik zumindest ganz grob und annäherungsweise berechnen. 

 

Zum Beispiel gab es in Deutschland im Januar 2021 täglich bis zu 1.200 Covidtote. Im März noch etwa 300. 

 

Der einzige merkbare Unterschied in den Rahmenbedingungen war die vorhergehende Veränderung vom milden zum härteren Lockdown.

 

Mit einer Überschlagsrechnung und ausdrücklich nicht mit einer Milchmädchenrechnung wären das bei fünf kalten Monaten von November bis März also etwa 150 Tage mal 900 Tote gleich 135t Tote. Überschlägig.

 

Der verschärfte Lockdown hat also ganz grob gut 100t Menschen das Leben gerettet.

Wohlgemerkt ist das lediglich der Unterschied zwischen Lockdown light und Lockdown mittelschwer. Der Unterschied zwischen Lockdown mittelschwer und gar kein Lockdown wäre überschlägig noch krasser.

 

Auf den Intensivstationen sterben im Durchschnitt bis zu 50 Prozent der dort befindlichen Covidpatienten. Das heißt, die Hälfte der dort liegenden Menschen stirbt. Das nennt man Prozentrechnung. Und wenn die Intensivstationen nur zu zwei Dritteln ausgelastet sind, stirbt von denen, die dort sind, immer noch die Hälfte. Das nennt man wieder gesunden Menschenverstand. Und Letzterer sagt uns deshalb, dass es gar nicht darauf ankommt, ob die Intensivstationen zu hundert, neunzig oder nur siebzig Prozent voll sind, denn es sterben in jedem Fall zu viele Menschen unnötig.

 

DASS die Intensivstationen in Deutschland während der Pandemie nicht übergelaufen sind, liegt wiederum am Präventionsparadoxon. Dieses rettet nämlich nicht nur vor dem Tod, sondern auch vor der Krankheit und der Hospitalisierung.

 

Nun gibt es eine Impfung. Diese verhindert Ansteckung, Weitergabe, Erkrankung und Tod. Das ist nicht Mathematik, sondern zunächst eine Prognose, die auf Erfahrung basiert.

 

Dass die Impfung das tatsächlich tut, wird durch empirische Untersuchungen und Vergleiche mit anderen Zeiträumen etc. bewiesen. Das nennt man Statistik.

 

Wie stark die Wirkung ist, wird wiederum über die Statistik in eine Prozentrechnung übertragen. Dabei zeigt sich, dass die Wirkung in keinem Bereich bei Vollerfüllung, also hundert Prozent, liegt, aber trotzdem enorm hoch ist.

 

Nun können aber auch Impfungen schädigen. Sie können im Körper alles Mögliche auslösen bis hin zum Tod. Das ist keine Mathematik, sondern basiert auf Erfahrungen und empirischen Belegen.

 

Also muss jetzt überlegt werden, wie hoch jeweils die Wahrscheinlichkeit für das eine oder das andere Risiko ist.

 

Das geht überraschenderweise wieder mit Mathe und heißt in diesem Fall Algebra. Gleichungen und so.

 

Also müssen wir jetzt Folgendes tun:

 

Anhand von Erfahrungen gleich empirischen Belegen müssen wir ermitteln, wie viele von wie vielen Menschen an dem Virus leicht oder schwer erkrankt oder gestorben sind. Da gibt's es einen Anteil. Also Statistik plus Prozentrechnung. Anhand des Ergebnisses wird eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgestellt.

 

Selbiges tun wir dann mit den Nebenwirkungen der Impfung.

 

Jetzt haben wir also zwei Zahlen, die Wahrscheinlichkeit, am Virus schwer zu erkranken und dito an der Impfung.

 

Diese beiden Zahlen werden jetzt einander gegenübergestellt. In einer Gleichung. Algebra.

Ganz platt und primitiv würde das - fiktiv - dann so aussehen:

 

Von 83 Millionen Menschen sind bisher offiziell etwa 97t am Virus gestorben.

 

Von 60 Millionen geimpften Menschen sind zwischen 48 und 1.254 kurz nach der Impfung gestorben (das Paul-Ehrlich-Institut hat bis zum 31.08.21 1.254 Todesfälle gemeldet bekommen, die in einem ZEITLICHEN Zusammenhang zur Impfung aufgetreten sind, und stuft davon 48 als Fälle ein, bei denen die Impfung als Auslöser möglich oder wahrscheinlich ist).

 

Die Gleichung lautet also wie folgt (ich erspare uns hier mal das x = y + 2x etc.):

 

97.000 / 83.000.000 = 1.254 / 60.000.000

 

Oder

 

0,0012 = 0,00002.

 

Oder

 

60 = 1.

 

Die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu sterben, liegt also gegenüber dem Risiko, an der Impfung zu sterben, bei der primitivsten Erhebung ohne Berücksichtigung irgendwelcher Parameter wie Zeiträume, Altersgruppe, Risikogruppe etc. bei ziemlich genau 60 zu 1.

Und das bei der "großzügigsten" Berechnung, nämlich unter Berücksichtigung aller Verdachtsfälle als tatsächliche Impffolge!

 

Berücksichtigt man die oben beschriebenen Parameter, ändert sich das Bild natürlich, aber niemals kommt das Ergebnis auch nur annähernd in Richtung eins zu eins.

Ihr könnt es ja mal, nun ja, nachrechnen ...

 

Das ist Algebra. Glaube ich jedenfalls.

 

Somit ist also klar, dass jeder Mensch, der sich nicht impfen lässt, weil ihm die Wahrscheinlichkeit, dabei einen Schaden zu erleiden, zu hoch ist, zumindest nicht rechnen kann! Womöglich kann er auch noch ein paar andere Schulfächer nicht, aber hier geht es ja um Mathe.

 

Jetzt noch ein paar Beispiele, was alles NICHT Mathe und Algebra ist:

 

Wenn von etwa 200 Ländern auf der Welt mindestens 195 außer Schweden, Nordkorea und wem auch sonst immer die Gefährlichkeit des Virus identisch einschätzen und überwiegend dasselbe dagegen tun, liegt die Wahrscheinlichkeit also bei etwa 195 zu 5, dass die eben wissen, was sie tun.

 

Wenn von hundert Experten gefühlte neunzig dasselbe über das Virus und seine Bekämpfung sagen, gefühlte zehn jedoch etwas ganz anderes, heißt das nicht, dass hier Meinung gegen Meinung stünde! So funktionieren Weltanschauung und Religion in manchen Fällen, so funktioniert aber nicht reale Welt und vor allem nicht Wissenschaft! Dort heißt es vielmehr, wenn 90 Prozent der Experten sagen, dass Wasser bergab fließt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die verbleibenden zehn Prozent recht haben, die behaupten, es fließt bergauf. 

 

Vor allem dann, wenn sie es nicht beweisen können.

 

Wenn die genannten zehn Experten behaupten, dass irgendetwas an den vorgenannten Fakten nicht stimmt, dann ist es deren Aufgabe, diesen Verdacht mittels empirischer Belege zu beweisen. Es ist ausdrücklich nicht die Aufgabe derjenigen, die diese Fakten veröffentlichten, in irgendeiner Form zu beweisen, dass sie nicht lügen.

 

Nur in sozialen Netzwerken herumzuschwurbeln und zu behaupten, die Covidtoten seien gar keine Covidtoten oder die Impfung würde haufenweise Menschen töten, ist aber kein empirischer Beleg. Also keine Statistikberechnung und auch sonst keine.

 

Zu sagen, dass die Politiker lügen und sich widersprechen, ist gleich ein Beleg dafür, dass das Virus ungefährlich sei, ist ebenfalls keine Algebra, sondern Schwachsinn.

 

Anzunehmen es, es gebe irgendwelche Interessengemeinschaften, die diese Pandemie absichtlich größer machen, als sie ist, weil sie das für ihre dunklen Zwecke nutzen wollten (der Great Reset), würde bedeuten, dass angesichts der überall beinahe komplett gleichlautenden Meldungen und Entwicklungen eine weltweite Verschwörung nötig wäre, bei der Millionen von Menschen mitmachen und dichthalten. Die Wahrscheinlichkeit, mit der dies möglich wäre, existiert schlichtweg nicht, weil es dafür zu wenig Nullen gibt!

 

Und das ist die neue Zusatzform der Mathematik, die ich bisher nicht kannte. Nämlich Schwachsinn!

 

Zusammengefasst reichen also rudimentäre Rechenkünste aus, um den Coronaleugnern und Impfgegnern aufzuzeigen, auf welchem gigantischen Holzweg sie sind:

 

Würden die wesentlichen Zahlen, die von den offiziellen Stellen zur Pandemie genannt werden, an irgendeinem Punkt nicht stimmen, müsste es zu hundert Prozent eine weltweite Verschwörung sein, weil es sonst sichtbare Abweichungen zwischen den einzelnen Ländern gäbe, was den Effekt verschiedener Maßnahmen - oder ihres Ausbleibens - anbelangt. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Prozentrechnung.

 

Wer glaubt, dass dieselbe Spezies, die gerade versucht hat, in Berlin einen Flughafen zu bauen, also der Mensch, eine derart gut geölte Lügenmaschinerie in Gang setzen und seit nunmehr über zwanzig Monate hinweg geheim halten könnte, muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Wahrscheinlichkeitsrechnung.

 

Einschub für unsere christlichen Mathematiker, die - durchaus zu Recht - argumentieren, diese weltweite Verschwörung könnte der Teufel ausgelöst haben: 

 

Wie hoch ist bzw. war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet DU und Deine Gesinnungsgenossen diese Verschwörung aufdecken konntet und wir vom Team Vorsicht vom Teufel verblendet sind?

 

Wie hoch liegt dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass wir, das Team Vorsicht, erkennen, dass DU und Deine Gesinnungsgenossen total verblendet seid?

 

Schauen wir uns mal an, wie viele Christen zum Team Vorsicht gehören und wie viele zu den Rebellen.

 

Da gibt es eine gewaltige Mehrheit auf der einen Seite, nicht wahr?

 

Und deshalb beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass das eine oder eben das andere Lager den Durchblick hat, eins zu eins!

 

Wie jetzt?

 

Was ist denn mit der Mehrheit?

 

Gar nichts - in geistlichen Angelegenheiten spielen Mehrheiten keine Rolle. Da geht es in erster Linie um Demut und in zweiter vielleicht um die Gabe der Unterscheidung der Geister.

 

Wie erkenne ich also dann, welches Team auf dem Holzweg ist?

 

Na, woran wohl?

 

An den Früchten natürlich. Steht das nicht unmissverständlich in der Bibel?

 

Gefunden? Prima!

 

Also müssen wir jetzt nur noch schauen, was die Früchte sind, oder?

 

Genau!

 

Das Team Vorsicht übt klarste Nächstenliebe, weil es eben vorsichtig ist und sich rücksichtsvoll verhält, die Vorgaben beachtet und sich impfen lässt - denn es könnte ja sein, dass man sonst jemanden gefährdet.

 

Dabei gibt es sogar zwei unterschiedliche Levels: Vielleicht sind einem die Mitmenschen eher egal und man verhält sich "nur" deshalb ordentlich, weil man das halt so macht als guter Christenmensch und weil es erwartet wird. Ist in Ordnung. Oder man hat tatsächlich ein Herz für den Nächsten, das ist natürlich noch besser.

 

Außerdem ordnet es sich der Obrigkeit unter und erfüllt die nächste biblische Vorgabe.

 

Und was machen die anderen?

 

Einige halten die Regeln nicht ein, weil die zehn Prozent Experten ihnen auf YouTube gesagt haben, dass die nichts oder nicht viel bringen und das Virus ohnehin harmlos ist.

 

Sie wettern gegen die Schutzmaßnahmen und / oder befolgen sie nicht. Damit sündigen sie gegen die Obrigkeit, weil die gesagt hat, das machen wir für den Lebensschutz, sich also bis zum Beweis des Gegenteils ganz klar im Einklang mit biblischen Geboten befinden.

 

Dann lassen sie sich nicht impfen und gefährden damit wieder Menschenleben. Dabei ist nicht wie behauptet die Angst vor einem unausgereiften Impfstoff der Grund - denn die Argumente dagegen sind ja mathematisch widerlegt -, sondern Egoismus, Stolz und die Unfähigkeit, vorherige Irrtümer einzugestehen. Und wieder versündigt gegen das Prinzip "Sucht der Stadt Bestes!"

 

Wo sind also die guten Früchte und wo die faulen?

 

Will diese Schlussfolgerungen ernsthaft jemand bestreiten?

 

Einschub Ende!

 

Zurück zur Impfung:

 

Was nützt die schönste Wahrscheinlichkeit, wenn es einen trifft, so wie den armen Jungen aus Cuxhaven, der mit 12 Jahren - allerdings sehr schwer vorerkrankt - offenbar an der Impfung gestorben ist?

 

Richtig! Da nützt keine Berechnung etwas, und das ist einfach furchtbar!

 

Aber - und jetzt schließt sich der Kreis endlich, denn nun sind wir bei der größtmöglichen Wahrscheinlichkeit angelangt - aus Angst vor einer Nebenwirkung einer Impfung, die mit einer Wahrscheinlichkeit von x eintreten könnte, sich nicht impfen lassen und lieber eine Krankheit riskieren, die mit einer Wahrscheinlichkeit von x mal 60 eintreten könnte, ist eben zu exakt hundert Prozent purer Schwachsinn.

 

Jetzt klingelt es - große Pause! 

 

In der nächsten Stunde geht's weiter mit Ethik. Das wird bestimmt auch lustig!